Depression – Darmmikrobiom beeinflusst die Psyche

Die Darmflora spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit – auch für die psychische. Forscher*innen der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel zeigen nun, dass Probiotika die Wirkung von Antidepressiva unterstützen und Depressionen mildern können.

Mit der Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie versuchen Fachleute Betroffenen bei Depression zu helfen. Bei manchen Patient*innen hält sich die Erkrankung jedoch hartnäckig. Forscher*innen suchen deshalb nach Möglichkeiten, die bestehenden Therapien zu verbessern und neue zu entwickeln. Ein vielversprechender Ansatz ist die sogenannte Mikrobiom-Darm-Hirn-Achse.

Unter dem Mikrobiom versteht man generell die Gesamtheit der Mikroorganismen, die im oder auf dem menschlichen Körper leben, etwa die Darmflora. Darmbakterien können u.a. über Stoffwechselprodukte das Nervensystem beeinflussen.

Gesundheitsfördernde Darmbakterien mindern depressive Symptomatik

Aus früheren Studien ist bekannt, dass bei Patient*innen mit einer Depression Darm – und Magenbeschwerden überdurchschnittlich häufig auftreten. Pflanzt man Mäusen, die steril – also ohne Darmflora – aufgezogen wurden, die Darmflora von depressiven Personen ein, entwickeln die Tiere ebenfalls ein depressionsähnliches Verhalten. Sie sind beispielsweise energieloser und zeigen weniger Interesse an der Umgebung als ihre Artgenossen. Forscher*innen vermuten daher, dass die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Darm eine wichtige Rolle für die depressive Symptomatik spielt.

In einer kleinen Studie haben die Forscher*innen um Dr. André Schmidt und Prof. Undine Lang systematisch untersucht, wie sich die Einnahme von Probiotika bei Patient*innen mit einer Depression auswirkt. Alle Teilnehmer*innen waren zur stationären Behandlung in den Universitären Psychiatrischen Kliniken und erhielten zusätzlich zu Antidepressiva während 31 Tagen ein Probiotikum (21 Personen) oder ein Placebo (26 Personen). Weder die Teilnehmer*innen noch das Studienpersonal wussten während des gesamten Studienzeitraums, welches Präparat die Proband*innen erhielten. Direkt vor der Behandlung, am Ende der 31 Tage sowie noch einmal vier Wochen später unterzogen die Forscher*innen alle Teilnehmer*innen einer Reihe von Tests.

Hirnaktivität verändert sich beim Verarbeiten emotionaler Reize

Ein weiterer interessanter Effekt der Probiotikaeinnahme betraf die Hirnaktivität beim Anschauen neutraler und ängstlicher Gesichter. Dies untersuchten die Forscher*innen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT). Bei Patient*innen mit Depressionen verhalten sich bestimmte Hirnregionen für emotionale Verarbeitung anders als bei psychisch Gesunden. Nach der vierwöchigen Probiotikaeinnahme normalisierte sich diese Hirnaktivität bei den Teilnehmer*innen, in der Placebogruppe jedoch nicht.

„Die Mikrobiom-Darm-Hirn-Achse ist zwar schon einige Jahre Thema der Forschung, die genauen Mechanismen sind bis heute allerdings nur teilweise klar“, so Schaub. Auch deshalb war den Forscher*innen wichtig, eine breite Palette an Bakterien in Form von Probiotika einzusetzen, wie sie bereits auf dem Markt sind.

„Mit zusätzlichem Wissen über die spezifische Wirkung bestimmter Bakterien wäre es möglich, die Auswahl der Bakterien zu optimieren und die beste Mischung einzusetzen, um die Therapie bei Depressionen zu unterstützen“, sagt die Forscherin – sie betont jedoch, dass sich Probiotika als alleinige Therapie gegen eine Depression nicht eignen.

Quelle: Pressemitteilung/Universität Basel

Verena Bastian

Verena Bastian

Verena Bastian ist staatliche geprüfte Heilpraktikerin seit 2014. Davor studierte Sie Betriebswirtschaftslehre und arbeitete danach mehrere Jahre in der Finanzabteilung eines großen Baustoffkonzerns. Durch eine Autoimmunerkrankung im Familienkreis kam sie mit 2008 zur Naturheilkunde und ist seit 2014 als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig. Ihre Praxisschwerpunkte sind die Diagnostik und Therapie von immunologischen Erkrankungen, Frauenheilkunde, Präventionsmedizin und Traumaintegration.

Eine intensive Ausbildungszeit und der ständige Drang nach Weiterbildung haben ihren Weg bis hierhin begleitet. Viele Seminare, Weiterbildungen und wundervolle Lehrer:innen ebneten den Weg für eine eigene Praxis.

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