Epstein-Barr – Virus hat viele Gesichter

Epstein-Barr – Virus – INFEKTIÖSE MONONUKLEOSE

Epstein-Barr – Virus – schon der Name klingt nach hohem Krankheitswert. Ein Ausbruch kann belastende Symptome verursachen, muss er aber nicht. Denn es ist auch ein subakuter Verlauf mit nur leichten grippalen Symptomen möglich – je nach immunologischer Lage des Betroffenen. Dadurch wird der subakute Verlauf selten in Verbindung mit EBV gebracht. Gerade die unauffälligen oder symptomarmen Krankheitsverläufe können übersehen werden. Dies kann dann zu einer Unterschätzung der Sitaution führen. Der Erreger kann aber sowohl nach einer durchgemachten akuten als auch nach einer symptomarmen Infektion Schäden verursachen. Er befällt weiße Blutkörperchen – die B-Lymphozyten – und nistet sich so lebenslang im Wirt ein. In seinem Versteck kann es über Jahre oder Jahrzehnte symptomlos verweilen.

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) wurde 1964 von Michael Epstein und Yvonne Barr entdeckt. Andere Namen für die virale Infektion sind Pfeiffer’sches Drüsenfieber, infektiöse Mononukleose oder Studenten-Krankheit. Die Übertragung erfolgt  durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion wie zum Beispiel durch das Küssen. Daher auch die englische Bezeichnung „Kissing Disease“.
Das doppelsträngige DNA-Virus gehört zur Gruppe der Humanen Herpesviren Typ 4 (HHV-4). Etwa 90% der über 40-jährigen Bevölkerung tragen das Virus in sich. Es wird vermutet, dass es einen Risikofaktor für das Burkitt-Lymphom, Morbus Hodgkin und das Guillain-Barré-Syndrom darstellt. Weiterhin steht es auch im Verdacht, in einigen Fällen Fatigue-Syndrom-ähnliche Symptome auszulösen. Darüber hinaus wird ein Zusammenhang mit der Entstehung von Multipler Sklerose und Hashimoto zu stehen.
Ist der Körper einmal befallen, so persistiert das Virus ein Leben lang im Wirt.
Facettenreiche Symptomatik
Eine Epstein-Barr – Virus -Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen und verschiedene Symptome hervorrufen. Das akut ablaufende Vollbild der infektiösen Mononukleose zeigt eine Beschwerdebild-Trias: Fieber, geschwollene Lymphknoten (zervikal und bilateral) sowie eine Tonsillopharyngitis. Oft sieht man weißlich-graue Beläge auf den Mandeln. Die am Hals befindlichen Lymphknoten können die Größe eines Hühnereis erreichen. In einigen Fällen kann man auch kleine Einblutungen (Petechien) im Rachen feststellen. Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung und Splenomegalie sind weitere häufig auftretende Symptome. Auch Erkältungssymptome können hinzukommen. Daher ist Fieber um 39,5°C ist keine Seltenheit. Es kann in schweren Fällen bis zu drei Wochen andauern. Die Inkubationszeit der Erstinfektion beträgt zwischen zehn Tagen bei Kindern und vier bis sechs Wochen bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Laborparameter & Labordiagnostik
Verschiedene Labortests sind möglich, um zu untersuchen, ob eine Infektion mit EBV vorliegt. Es wird je nach Test auch

zwischen akuter und älterer Infektion unterscheiden. Leberwerte und Entzündungswerte sind ebenfalls zu prüfen.

Diese Werte sollten, wie alle Laborparameter, im Gesamteindruck betrachtet werden.
Schulmedizinischer Behandlungsansatz
In der Schulmedizin werden bei der infektiösen Mononukleose meist fiebersenkende NSAR (zum Beispiel Paracetamol), eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und viel Ruhe verordnet. Schonung ist ein wichtiger Therapiebaustein, da die Milz durch die Infektion
anschwillt und diese reißen kann.
Verena Bastian

Verena Bastian

Verena Bastian ist staatliche geprüfte Heilpraktikerin seit 2014. Davor studierte Sie Betriebswirtschaftslehre und arbeitete danach mehrere Jahre in der Finanzabteilung eines großen Baustoffkonzerns. Durch eine Autoimmunerkrankung im Familienkreis kam sie mit 2008 zur Naturheilkunde und ist seit 2014 als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig. Ihre Praxisschwerpunkte sind die Diagnostik und Therapie von immunologischen Erkrankungen, Frauenheilkunde, Präventionsmedizin und Traumaintegration.

Eine intensive Ausbildungszeit und der ständige Drang nach Weiterbildung haben ihren Weg bis hierhin begleitet. Viele Seminare, Weiterbildungen und wundervolle Lehrer:innen ebneten den Weg für eine eigene Praxis.

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