Endometriose – Zellen am falschen Ort

Wer von dieser Erkrankung nicht betroffen ist, hat den Begriff Endometriose wahrscheinlich noch nie gehört. Er leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für die Gebärmutterschleimhaut – Endometrium – ab, die sich in den fruchtbaren Jahren jeden Monat aufs Neue unter Hormoneinfluss aufbaut und mit der Menstruation abgestoßen wird.

Bei einer Endometriose siedeln sich Zellinseln eines gebärmutterschleimhautähnlichen Gewebes außerhalb der Gebärmutter, meist im kleinen Becken, gelegentlich aber auch an ganz anderen Orten im Körper an. Am häufigsten betroffen sind Eileiter, Eierstöcke und das Bauchfell. Zwar ist die Krankheit gutartig, sie kann aber auch Harnblase und Darm in Mitleidenschaft ziehen. Da nicht alle Betroffenen unter Beschwerden leiden, geht man davon aus, dass die Zellinseln die Fähigkeit haben, entweder ruhig vor sich hin zuschlummern oder aber die Frauen in unterschiedlicher Ausprägung zu plagen.

Typischerweise berichten die oft noch jungen Frauen (häufige Erstdiagnose unter 30) von zunehmenden Regelschmerzen vor, während und nach der Blutung. Die schmerzhafte Mens wird oft hingenommen oder von Ärzten nicht ernst genommen, so dass gelegentlich Jahre vergehen, bis eine Frau endlich eine Erklärung für ihre zum Teil sehr starken Beschwerden bekommt. Der Endometrioseschmerz wird oft als stechend, reißend und hell einschießend charakterisiert, im Gegensatz zu „normalen“ Re- gelschmerzen, die dumpf und krampfartig daherkommen. Er kann auch unabhängig vom Zyklus auftreten, manche Frauen sind sogar nie frei davon. Es können Schmerzen beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder bei Liebesdingen auftreten. In Ausnahmefällen erscheint Blut im Urin, bei starker Beteiligung des Darmes kann es sogar zueinem Darmstillstand kommen, der eine sofortige Klinikeinweisung erfordert.

Ursache: Autoimmunkrankheit oder Umwelteinflüsse?

Die Endometriose gibt der Forschung bis heute Rätsel auf. Es existieren verschiedene Entstehungstheorien, aber keine definitive Antwort auf die Frage nach der Ursache. Es könnte mit dem Immunsystem zu tun haben, das die ortsfremden Zellen nicht vernichtet, oder eine Autoimmunerkrankung sein. Betroffene leiden tatsächlich überdurchschnittlich häufig an Schilddrüsenentzündung oder Fibromyalgie. Verschiedene Studien zeigten aber auch einem Zusammenhang zwischen Endometriose und Dioxinbelastung. Eine (umweltbedingt verschärfte) Östrogendominanz kann ebenfalls ein unkontrolliertes Wachstum dieser Zellen begünstigen.

Naturheilkundliche Therapie braucht vor allem Zeit

In der Naturheilkunde unterscheiden wir zwischen einer allgemein regulierenden und einer symptomlindernden Therapierichtung. Für erstere muss man sich etwas Zeit geben, 6 bis 8 Wochen bis hin zu mehreren Monaten, bis der Körper auf die neue Botschaft reagiert. Entsprechend muss ein Naturheilmittel über längere Zeit regelmäßig angewendet werden. Eventuell ergänzt durch Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung. Tinkturen oder Fertigpräparate können ebenso wirksam sein wie Heiltees oder Wickel. Die regelmäßige Zubereitung eines Heiltees ist jedoch als solche bereits eine heilsame, wärmende und beruhigende Angelegenheit.  Neben der Behandlung mit Heilpflanzen (Phytotherapie) gibt es auch Heilerfolge mit Homöopathie chinesischer oder ayurvedischer Medizin sowie Osteopathie.

Quelle: Natuarzt 5.2011 – Autorin Heide Fischer

Verena Bastian

Verena Bastian

Verena Bastian ist staatliche geprüfte Heilpraktikerin seit 2014. Davor studierte Sie Betriebswirtschaftslehre und arbeitete danach mehrere Jahre in der Finanzabteilung eines großen Baustoffkonzerns. Durch eine Autoimmunerkrankung im Familienkreis kam sie mit 2008 zur Naturheilkunde und ist seit 2014 als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig. Ihre Praxisschwerpunkte sind die Diagnostik und Therapie von immunologischen Erkrankungen, Frauenheilkunde, Präventionsmedizin und Traumaintegration.

Eine intensive Ausbildungszeit und der ständige Drang nach Weiterbildung haben ihren Weg bis hierhin begleitet. Viele Seminare, Weiterbildungen und wundervolle Lehrer:innen ebneten den Weg für eine eigene Praxis.

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