Hashimoto-Thyreoiditis

Wie erkenne ich eine Hashimoto-Thyreoiditis? Neben Blut-, Tast- und Ultraschalluntersuchung helfen auch Mundtemperaturmessung und ein Fragebogen bei der Diagnose.

Hashimoto-Thyreoiditis – Symptome

Gewichtsschwankungen, unerklärliche Müdigkeit, Haarausfall, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme – insbesondere das Gefühl des Aufgeblähtseins, vorrangig nach dem Essen – sowie depressive Verstimmungen sind starke Hinweise auf eine mögliche Störung der Schilddrüsenhormone.

Eine Hashimoto-Thyreoiditis verläuft oft in Schüben und kann sich über verschiedene Stadien entwickeln, von anfänglichen Entzündungsepisoden bis hin zu einer chronischen Unterfunktion der Schilddrüse. Es ist entscheidend, die Symptome frühzeitig zu erkennen und umgehend Maßnahmen zur Diagnostik und Behandlung einzuleiten.

Hashimoto-Thyreoiditis – Stadien

Frühes Stadium: Entzündungsschübe
Im frühen Stadium der Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig Entzündungsschübe auf. Diese Schübe sind Phasen intensiver Entzündung, die durch verschiedene Faktoren wie erhöhten Stress, Schlafmangel, Überarbeitung, Infektionen, Toxine oder eine ungesunde Ernährung ausgelöst werden können. Während eines Schubs treten häufig Überfunktionssymptome auf.

Typische Überfunktionssymptome:

  • Zittern
  • Herzrasen
  • vermehrtes Schwitzen
  • Nervosität und Schlaflosigkeit
  • Da die Schilddrüsenhormone nicht zielgenau wirken können und insbesondere, weil die Schilddrüse durch mehrere Entzündungsschübe an Vitalität verloren hat, können auch Symptome einer Unterfunktion dominieren.

Typische Unterfunktionssymptome:

  • Frieren
  • Kältegefühl
  • Müdigkeit
  • Haarausfall
  • rasche Erschöpfbarkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gewichtszunahme

Zwischenstadium: Abklingen der Entzündung
Nach einem Schub kann die Entzündungsreaktion abklingen, besonders wenn die Belastungen nachlassen. In dieser Phase nimmt die Schilddrüse ihre hormonbildende Funktion häufig wieder auf, solange sie noch genügend vitales Schilddrüsengewebe besitzt. 

Spätes Stadium: Chronische Unterfunktion
Durch wiederholte Entzündungsschübe wird das vitale Schilddrüsengewebe allmählich zerstört. Wenn das verbleibende Gewebe zu klein wird, erfüllt es seine hormonbildende Funktion nicht mehr ausreichend. In diesem Stadium ist eine dauerhafte Hormonersatztherapie notwendig, um den Hormonmangel auszugleichen.

Typische Symptome einer chronischen Unterfunktion (Hypothyreose):

  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • brüchige Nägel
  • anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
  • Depression und Konzentrationsprobleme
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • trockene Haut
  • Kälteempfindlichkeit
  • Menstruationsstörungen
  • erhöhter Blutdruck
  • Heiserkeit
  • Verstopfung
Verdacht auf Hashimoto – die nächsten Schritte

Besteht der Verdacht auf Hashimoto-Thyreoiditis, sollten folgende diagnostische Schritte eingeleitet werden um eine zuverlässige Diagnose zu stellen:

1. Schritt: Blutuntersuchung
Eine gründliche Blutuntersuchung ist der erste Schritt zur Diagnosestellung. Neben
den Standardwerten wie TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) und TPO-Antikörpern (Thyreoperoxidase-Antikörper) gibt es eine Reihe weiterer Werte, die für eine umfassende Diagnostik wichtig sind.

2. Schritt: Tastbefund der Schilddrüse
Bei der körperlichen Untersuchung tasten Ärzt*innen oder ganzheitliche Schilddrüsentherapeut*innen die Schilddrüse ab, um Vergrößerungen, Druckempfindlichkeiten oder Knoten festzustellen. Eine vergrößerte oder druckempfindliche Schilddrüse kann auf eine Entzündung (Thyreoiditis) hinweisen.

3. Schritt: Ultraschalldiagnostik der Schilddrüse
Die Ultraschalldiagnostik (Sonografie) ist ein unverzichtbares Werkzeug in der Diagnostik und Überwachung von Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere bei Hashimoto-Thyreoiditis. Sie bietet eine detaillierte und nicht-invasive Möglichkeit, Veränderungen der Schilddrüse zu erkennen und den Krankheitsverlauf zu beobachten. Zusammen mit den vorangegangenen diagnostischen Verfahren ermöglicht sie eine umfassende Beurteilung der Schilddrüse und sichert die Diagnosestellung.

Fazit

Der TSH-Mythos führt oft dazu, dass Schilddrüsenprobleme übersehen oder nicht adäquat behandelt werden. Eine umfassende Diagnostik, die neben dem TSH auch die freien Hormone und Antikörper sowie die klinischen Symptome und die Ultraschalldiagnostik berücksichtigt, ist entscheidend für die korrekte Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis. Es ist wichtig, dass sowohl Betroffene als auch Ärzte und Ärztinnen über die Grenzen des TSH-Tests informiert sind und eine ganzheitliche Betrachtung der Schilddrüsenfunktion anstreben.

Quelle: Thieme – natürlich gesund

Bild von Verena Bastian

Verena Bastian

Verena Bastian ist staatliche geprüfte Heilpraktikerin seit 2014. Davor studierte Sie Betriebswirtschaftslehre und arbeitete danach mehrere Jahre in der Finanzabteilung eines großen Baustoffkonzerns. Durch eine Autoimmunerkrankung im Familienkreis kam sie 2008 zur Naturheilkunde und ist seit 2014 als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig. Ihre Praxisschwerpunkte sind die Diagnostik und Therapie von immunologischen Erkrankungen, Frauenheilkunde, Präventionsmedizin und Traumaintegration.

Eine intensive Ausbildungszeit und der ständige Drang nach Weiterbildung haben ihren Weg bis hierhin begleitet. Viele Seminare, Weiterbildungen und wundervolle Lehrer:innen ebneten den Weg für eine eigene Praxis.

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