Abort & Hashimoto

Habitueller Abort durch Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto & Abort  – Progesteron und Schilddrüsen-Hormone in der Schwangerschaft

Das Risiko für einen Abort ist bei Patientinnen mit Hashimoto deutlich höher. Daher sind in der Geburtshilfe Wechselwirkungen zwischen Ovarial-, Nebennierenrinden- und Schilddrüsen-Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. In der Schwangerschaft gehen steigende Serum-Progesteron-Spiegel meist mit einer steigenden Sensibilität der Schilddrüsen-Zellen gegenüber TSH einher. Daher haben Hashimoto-Patientinnen sehr oft einen deutlichen Cholecalciferol und Progesteron-Mangel.

Man kann M. Hashimoto als den „Clown unter den Schilddrüsen-Erkrankungen“ bezeichnen. Weitere Synonyme sind auch „Autoimmune Thyreoiditis“, „Chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ oder „Autoimmune Schilddrüsen-Entzündung“. Die Krankheit zeigt unterschiedlichste Verläufe. Hier entsteht oft schleichend Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Zyklus-Störungen, erhöhter Infektions-Anfälligkeit, Depressivität, Ängstlichkeit, Gewichts-Zunahme, erhöhtem Cholesterin, Gelenk-Schwellungen, Schmerzen etc. Auch viele weitere unspezifische Symptome sind möglich.

Auch toxikologische (Teil-)ursachen können häufig beteiligt sein.

Schon lange ist bekannt, dass sogenannte Xeno-Estrogene Östrogen- und wahrscheinlich auch Cholecalciferol-Rezeptoren blocken. Folglich kann dies die Immun-Abwehr schwächen. Darüber hinaus wirken eine Vielzahl von Pestiziden wie Östrogene. Somit können sie Östrogen-Dominanz und Inflammation fördern. Vor allem tierische Fette können eine toxische Östrogendominanz fördern. Weiterhin lagern sich Fettgewebe  Giftstoffe wie Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel ab. Somit kann die  Akkumulation von Xeno-Östrogenen in tierischen Fetten das Risiko für Cholecalciferol-Mangel, Östrogen-Dominanz, Insulin-Resistenz und auch Inflammation potenzieren. Dabei ist vor allem die Umwandlung von Östron in Östriol gefährlich.

Konsequenzen in der Frauenheilkunde

Nebenbei haben viele Frauen mit Zyklusstörungen, Meno-, Metrorrhagien, Dysmenorrhöe, Uterus myomatosus, Endometriose gleichzeitig einen therapieresistenten M. Hashimoto mit chronisch hohen Anti-TPO-Werten. Dazu klagen viele dieser Frauen  über massive Leistungsverminderung, Müdigkeit, Depressivität und Schlaflosigkeit. Hier ist eine Labor-Kontrolle von Cholecalciferol, Progesteron und Thyroxin absolut notwendig. Daher wirkt eine hochnormale Substitution von Cholecalciferol, Progesteron und Thyroxin  oft Wunder. Nicht nur die Produktion von SD-Antikörpern kann verhindert werden. Der Zyklus normalisiert sich, die therapieresistenten chronischen Schmerzen werden erträglicher. Auch Begleit-Symptome lassen sich gut beeinflussen.

Quelle: zaenmagazin 03.2013 von C. Schulte Uebbing u.a.